# 67 Die Detektivin, die die Familientherapie veränderte
Shownotes
Mit drei Jahren brachte sie sich das Lesen bei. Als kleines Mädchen wollte sie Detektivin werden – allerdings eine ganz besondere: Sie wollte herausfinden, was zwischen Kindern und ihren Eltern geschieht.
Vielleicht hat Virginia Satir genau das später tatsächlich getan.
Sie wurde Lehrerin, Sozialarbeiterin und schliesslich eine der prägendsten Frauen der Familientherapie. Sie begann, nicht mehr nur den Menschen mit dem vermeintlichen «Problem» anzuschauen, sondern die ganze Familie in einen Raum zu holen.
Und plötzlich wurde sichtbar, was Familien so meisterhaft verbergen können.
Wer macht sich klein? Wer wird laut? Wer rettet? Wer schweigt? Und warum können wir mit 50 Jahren unsere Mutter besuchen – und uns nach einem einzigen Satz wieder fühlen wie mit fünf?
Doch hinter der berühmten Therapeutin steckt auch eine überraschende Lebensgeschichte: eine beinahe tödliche Kindheitserfahrung, zwei gescheiterte Ehen, der Verlust der Möglichkeit, eigene Kinder zu bekommen, eine ganz andere Form von Mutterschaft – und eine Frau, die selbst nie aufgehört hat zu lernen.
In dieser Folge folgen wir Virginia Satirs Weg von einer Farm in Wisconsin bis in die grossen Therapiesäle der Welt.
Und vielleicht entdecken wir dabei, dass die kleine Detektivin von damals mit einer Sache erstaunlich recht hatte:
**Das Entscheidende in einer Familie ist oft das, was man auf den ersten Blick gar nicht sieht.**
Transkript anzeigen
00:00:01: Hey, heute möchte ich dir eine Frau vorstellen.
00:00:05: Wobei eigentlich kennst du sie schon?
00:00:08: Denn wenn Du die letzten Folgen gehört hast dann kennst Du zumindest ihre Gedanken!
00:00:15: Denn wir haben darüber gesprochen warum wir bei unserer Mutter manchmal plötzlich wieder fünf Jahre alt sind Warum wir in Beziehungen beschwichtigen angreifen uns in den Kopf zurückziehen oder ins Tun flüchten Und warum wir selbst mit fünfzig Jahren manchmal innerhalb von Sekunden wieder in eine Rolle stüpfen können, die wir glaubten längst hinter uns gelassen zu haben.
00:00:42: Ein magischer Mundmoment ist wieder da!
00:00:45: Schön nimmst du dir Zeit und hörst du!
00:00:48: Ich freue mich wenn du diesen Podcast teilst, ihn weiterleitest besprichst ein Kommentar da lasst um ihr so bei meiner Arbeit hilfst.
00:01:01: Heute möchte ich nicht nochmals über diese Modelle von dieser Frau sprechen.
00:01:08: Wie gesagt, du kannst dir die letzten Postkastfolgen anhören!
00:01:13: Aber ich möchte wissen wer war eigentlich diese Frau?
00:01:17: Die all das beobachtet hat?
00:01:22: und dafür müssen wir ziemlich weit zurück auf eine Farm.
00:01:30: in den zwanziger Jahren wächst dort Ein kleines Mädchen mit vier Geschwistern auf.
00:01:38: Sie heißt Virginia und dieses Mädchen liest unfassbar viel!
00:01:44: Virginia soll sich bereits mit drei Jahren selbst das Lesen beigebracht haben.
00:01:51: Mit neun hatte sie nach eigenen Angaben sämtliche Bücher der kleinen Schulbibliothek gelesen, aber was noch spannender finde ich etwas anderes... Virginia wollte als kleines Mädchen Detektivin werden.
00:02:09: Allerdings keine Detektifin, die Einbrecher verfolgt oder geheimnisvolle Mordfälle löst.
00:02:16: Sie wollte eine Art Detektifen für Kinder und Eltern werden.
00:02:23: Sie hatte nämlich etwas bemerkt!
00:02:25: In Familien geschieht sehr viel was man von außen nicht sieht.
00:02:32: Ja Da sitzt ein kleines Mädchen irgendwo in den USA, ländlich gelegen und beobachtet Menschen.
00:02:43: Vielleicht die Eltern, Geschwistern?
00:02:46: Vielleicht die Art wie jemanden Raum betritt?
00:02:50: Wie plötzlich geschwiegen wird?
00:02:52: Wie ein Blick genügt und alle wissen was gemeint ist!
00:02:56: Wie Erwachsene etwas sagen und trotzdem etwas völlig anderes im Raum steht... Virginia konnte damals natürlich noch nicht wissen, dass genau diese Beobachtung einmal ihr ganzes Leben bestimmen würde.
00:03:13: Aber vielleicht begann ihre Arbeit tatsächlich dort und nicht alleine Universität sondern tatsächlich an einem Küchentisch mit einem Kind das Menschen beobachtet?
00:03:26: Und eben dieses Kinder lebt früh.
00:03:28: wie unterschiedliche zwei Eltern auf dieselbe Situation wie unterschiedlich zwei Elben auf dieselbe Situation reagieren können.
00:03:40: Virginia ist fünf Jahre alt, als sie schwer erkrankt.
00:03:43: Sie hat eine Blinddarmentzündung.
00:03:46: Ihre Mutter Minnie gehört einer christlichen Szene an und lehnt zunächst eine medizinische Behandlung ab.
00:03:58: Und ihr Vater Oscar entscheidet irgendwann dagegen.
00:04:02: So kommt Virginia schließlich ins Krankenhaus!
00:04:05: Zu spät um eine unkomplizierte Blinddarmentzündung zu behandeln.
00:04:11: Der Blinddarms ist bereits durchgebrochen, doch wird Jinja überlebt!
00:04:16: Aber sie verbringt Monate im Krankenhaus.
00:04:20: Stell dir das mal vor du bist fünf Jahre alt schwer krank und deine Mutter sagt im Grunde wir vertrauen darauf dass es ohne diese medizinische Behandlung geht Und der Vater sagt irgendwann nein dieses Kind braucht einen Arzt Zwei Menschen, zwei Überzeugungen, zwei Wirklichkeiten und dazwischen ein kleines Mädchen.
00:04:44: Weiß nicht was dieses Erlebnis in Virginia ausgelöst hat und ich möchte im Nachhinein auch keine psychologischen Geschichte daraus konstruieren die niemand belegen kann.
00:04:53: aber ich finde es bemerkenswert denn diese Frau wird später ihr Leben lang davon sprechen dass Menschen dieselbe Wirklichkeit völlig unterschiedlich erleben können Und dass es in Familien eben nicht nur darum geht, was geschieht.
00:05:12: Sondern darum, was jeder Einzelne daraus macht.
00:05:19: Virginia wächst weiter auf, geht zur Schule und später zieht die Familie um das damit die Kinder bessere Bildungsmöglichkeiten haben.
00:05:31: Und Virginia entscheidet sich zunächst für einen Beruf der oft den ersten Blick gar nichts mit Psychotherapie zu tun hat.
00:05:39: Sie wird Lehrerin, finde ich auch spannend.
00:05:42: Denn bevor Virginia Satir Therapeutin wird arbeitet sie mit Kindern.
00:05:48: Sie steht vor Schulklassen und beobachtet.
00:05:51: Sie unterrichtet zunächst in Wisconsin wo sie aufgewachsen ist und wird bereits sehr jung auch Schulleiterin.
00:06:00: Später arbeitet sie an verschiedenen Orten in den Vereinigten Staaten von Michigan bis über Louisiana, Missouri und Florida.
00:06:08: Sie wollte reisen, Menschen kennenlernen andere Lebenswelten sehen Und je länger sie unterrichtete desto deutlicher wurde ihr offenbar.
00:06:18: Wenn ich ein Kind verstehen will dann reicht es nicht nur das Kind anzuschauen.
00:06:26: Da ist doch etwas.
00:06:28: Das ist eine Familie Da ist ein Zuhause, da sind Beziehungen.
00:06:34: Da sind Geschichten!
00:06:37: Vielleicht saß da ein Kind vor ihr das schwierig war oder still und aggressiv oder ständig müde?
00:06:46: Und natürlich kann man sagen dieses Kind hat ein Problem.
00:06:50: aber Virginia begann offenbar etwas anderes zu fragen was geschieht um dieses kind herum?
00:06:59: und genau hier wird aus.
00:07:02: Der kleinen Detektiv findet langsam Virginia Satir.
00:07:06: Und sie möchte mehr verstehen und beginnt Sozialarbeit zu studieren.
00:07:14: In den ersten Jahren heiratete sie dann Gordon Rogers.
00:07:19: Auch diese Geschichte klingt zunächst beinahe wie seinem Film, es ist Krieg!
00:07:23: Sie begegnet einem jungen Soldaten, es geht schnell!
00:07:28: Virginia selbst bezeichnet die Beziehung später sinngemäß als eine romantische Kriegsehe.
00:07:35: Sie haben nur wenig gemeinsame Zeit, bevor Gordon wieder in den Krieg muss.
00:07:41: Und dann geschieht etwas das ihr Leben als Frau tiefer ändert – sie wird schwanger!
00:07:48: Doch die Schwangerschaft sitzt außerhalb der Gebärmutter eine Einleiter-Schwangerschaft und sie muss operiert werden... ...und verliert dadurch die Möglichkeit selbst Kinder zu
00:08:00: bekommen.".
00:08:04: Da möchte ich gerade stehen bleiben, denn wir sprechen hier über eine Frau in den vierziger Jahren.
00:08:12: Es ist eine Zeit in der Weiblichkeit noch sehr viel stärker mit Ehe und Mutterschaft verbunden war als heute Und Virginia sagt ihr weiß nun Ich werde keine eigenen Kinder bekommen.
00:08:28: Während Ihr Mann im Krieg ist studiert sie weiter Sie arbeitet, sie entwickelt sich und als Garten zurückkehrt Stellen die beiden offenbar fest, dass sie sich voneinander entfernt haben.
00:08:41: Sie lassen sich neunundvierzig
00:08:43: scheiden.".
00:08:47: Virginia hat später etwas Tiermenschliches über ihre Beziehungen gesagt.
00:08:51: Sie singemess meinte sie, »Wenn ich damals schon gewusst hätte, was ich heute weiß, wären manche Dinge vielleicht anders gelaufen?«.
00:09:05: Vielleicht wäre es aus einer berühmten Familientherapeuten eine Frau zu machen, die Beziehungen einfach verstanden hat.
00:09:12: Die immer wusste wie es geht, die jeden Konflikt lösen konnte.
00:09:18: Aber so war das eben nicht!
00:09:20: Sie lernte, wie wir alle und vielleicht gerade auch an dem was in ihrem eigenen Leben nicht funktionierte.
00:09:36: Von ihm stammt der Name, unter dem wir sie heute kennen.
00:09:41: Aber auch diese Ehe hält nicht... ...wenn z'r hundred und fünfzig wird sie geschieden!
00:09:47: Und trotzdem entsteht in diesem Jahr Familie.
00:09:51: Denn Virginia hatte begonnen zwei junge Frauen namens Mary & Ruth zu begleiten.
00:09:57: Später adoptierte sie beide als Erwachsene.
00:10:01: Ja die Frau, die keine leiblichen Kinder bekommen konnte, wird Mutter Anders als sie sich vielleicht einmal vorgestellt hatte.
00:10:11: Nicht über Schwangerschaft und Geburt, sondern über Beziehung!
00:10:15: Über Entscheidung!
00:10:17: Über Zugehörigkeit!
00:10:21: Und später widmete sie eines ihrer bekanntesten Bücher ihren beiden Töchtern und deren Kinder.
00:10:28: Ja... das Leben hält sich erstaunlich selten an unsere Vorstellungen davon wie etwas zu geschehen hat nicht wahr?
00:10:37: Wir denken, so sieht Familie aus.
00:10:40: So sieht Mutterschaft aus!
00:10:41: So sieht eine gelungene Ehe aus?
00:10:43: So sieht ein gelungenes Leben aus.
00:10:45: und dann kommt das Leben mischt einmal quer durch wie ein Würfelspiel und macht dann etwas ganz anderes daraus.
00:10:56: Ja aber während Virginia's privates Leben also eineswegs bilderbuchhaft verläuft geschieht beruflich etwas dass die psychotherapie verändert wird.
00:11:08: Mönzelnhundertfünfundfünftig arbeitete sie mit einer ganzen Familie.
00:11:15: Heute klingt das völlig unspektakulär!
00:11:18: Natürlich kann man eine Familie gemeinsam in einen Raum setzen, aber damals war das keineswegs selbstverständlich.
00:11:25: die psychotherapeutische Arbeit konzentrierte sich stark auf einzelne Menschen.
00:11:31: Da war jemand krank, jemand hatte ein Problem.
00:11:34: Jemand zeigte ein auffälliges Verhalten.
00:11:37: also behandelte man diesen Menschen und Virginia machte etwas anderes.
00:11:45: Sie holte die Familie dazu Und plötzlich saß da nicht mehr nur einen Mensch mit einem Problem.
00:11:52: Er saßen Menschen miteinander und damit wurde etwas sichtbar was vorher verborgen geblieben war.
00:12:00: Wir spricht für wen?
00:12:03: Wer unterbricht bin, wer schaut zu Boden?
00:12:10: Wer versucht Frieden herzustellen.
00:12:15: Wer wird laut!
00:12:18: Wer macht einen Witz sobald es unangenehm wird?
00:12:23: Wer sagt, mir ist das egal und wohl jeder im Raum spürt, dass es ihm überhaupt nicht egal isst.
00:12:34: Stell dir die kleine Virgina wieder vor – Die Detektivin hatte sie den perfekten Beobachtungsraum gefunden.
00:12:44: Eine Familie!
00:12:47: Und Virginia Satir hat eine besondere Art zu arbeiten.
00:12:51: Sie saß nicht distanziert da und analysierte Menschen wie Forschungsobjekte, sie war körperlich präsent, warm direkt, sie arbeitete mit Nähe Sprache Körperhaltung und Berührung.
00:13:04: Sie wollte nicht nur wissen was jemand dachte, sie wollte wissen was ein Mensch fühlte Wie er sich selbst sah.
00:13:13: Und was zwischen zwei Menschen geschah?
00:13:18: In den neunundfünftigten Virginia nach Kalifornien und gehört zu den Mitbegründern des Mental Research Instituts in Palo Alto.
00:13:28: Und ja, dort geschieht auch etwas das für die Geschichte der Familientherapie bedeuten wird.
00:13:34: Bedeuten wir den Menschen beginnen systematischer zu untersuchen, was passiert Wenn man psychische Probleme nicht ausschließlich im Einzelnen sucht, sondern Beziehung und Kommunikationsmuster betrachtet.
00:13:50: Nürnsehnt Zweiundsechzig übernimmt Virginia die Leitung eines frühen formalen Ausbildungsprogramms für Familientherapie.
00:13:58: Und plötzlich ist aus der Lehrerin von Wisconsin eine Frau geworden, die andere Therapeutinnen und Therapeutin ausbildet.
00:14:12: Über Familientherapie.
00:14:13: Sie wird bekamter und sie unterrichtet, und sie reist – sie hält Workshops!
00:14:19: Und später arbeitet sie auch am berühmten Isälen-Institut in Kalifornien... ...und immer stärker entwickelt sich etwas das ich an ihrer Arbeit besonders schön finde.
00:14:33: Virginia Satir interessiert sich nicht hauptsächlich dafür was mit einem Menschen falsch ist.
00:14:41: was in ihm möglich ist.
00:14:45: Ja, vielleicht klingt das heute selbstverständlich?
00:14:48: Ich finde zwar immer noch zu wenig, aber damals war es das erst recht gar nicht.
00:14:54: Psychologie und Psychiatrie waren stark davon geprägt, Störungen zu benennen, Diagnosen zu stellen, Defizite zu finden.
00:15:04: Satir aber schaut auf Selbstwert, auf Entwicklung, auf Möglichkeiten – auf das aus ein Mensch werden kann!
00:15:11: wenn er sich nicht beständig schützen muss.
00:15:15: Denn sie beobachtet das Menschenunterstress.
00:15:17: bestimmte Haltungen einnehmen, die eine macht sich klein ist schon gut wie du willst, mach dir wegen mir keine Gedanken.
00:15:26: Eine andere greift an immer muss ich alles machen.
00:15:30: Du hörst mich nie zu!
00:15:32: Wegen dir ist es so.
00:15:35: Ein anderer zieht sich in den Kopf zurück.
00:15:37: ihr erklärt analysiert argumentiert und wieder jemand wesselt das Thema, macht einen Witz beginnt aufzuräumen und fragt plötzlich ob jemand Kaffee möchte.
00:15:52: Ja wenn du meine frühen Folgen schon gehört hast dann kennst du diese Muster bereits.
00:15:58: Wir haben sie damals mit unseren vier Elementen verbunden.
00:16:01: Wasser passt sich an und fließt um das Hindernis herum.
00:16:05: Feuer geht nach vorne Luft flüchtet in den Kopf Und Erde beginnt zu tun zu organisieren und zu halten.
00:16:13: Aber wenn ich heute Virginia's Lebensgeschichte so anschaue, dann bekommt dieser Gedanke für mich noch eine andere Dimension.
00:16:21: Denn vielleicht hat diese Frau schon als kleines Mädchen verstanden?
00:16:24: Menschen sagen nicht immer das was eigentlich in ihnen geschieht.
00:16:29: Deshalb müssen wir lernen genauer hinzuschauen Neugierig!
00:16:34: Was geschieht gerade
00:16:35: wirklich?!
00:16:38: Virginia Satir wird im Laufe der Jahre international bekannt.
00:16:43: Sie reißt durch die Welt nach Europa, nach Asien, Lateinamerika.
00:16:48: Sie arbeitet mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen.
00:16:53: Mönzen-II.
00:16:54: wird sie in Westdeutschland in einer Auswahl bedeutender zeitgenössischer Führungspersönlichkeiten genannt.
00:17:01: Münzen-Vierfünfundachtzig schreibt das Teilmagasin im Zusammenhang mit einer großen Psychotherapiekonferenz über sie.
00:17:08: ein Kollege sagt, sie könne praktisch jeden Vortragssaal im Land füllen Das kleine Mädchen aus der Landschule, die Lehrerin, die geschiedene Frau.
00:17:20: Die Sozialarbeiterin begann ganze Familien in einen Raum zu holen.
00:17:27: Nun reisen Menschen an um sie zu hören.
00:17:32: Ich glaube ihr eigentliches Vermächtnis liegt in einer Haltung.
00:17:40: Satir war überzeugt davon, dass Menschen wachsen können.
00:17:43: Das Veränderung möglich ist, das Selbstwert nicht davon abhängen sollte ob andere uns gerade gut finden und dass Kommunikation etwas völlig anderes werden kann wenn wir aufhören uns hinter Schutzstrategien zu verstecken.
00:18:02: ja das ist ein Punkt an dem Virginia Satir und meine Hüter in den Welt sich für mich berühren.
00:18:09: Eine Hüterin schaut ebenfalls hinter das Offensichtliche.
00:18:13: Sie sieht ein Verhalten und fragt nicht sofort, was stimmt mit diesen Menschen?
00:18:18: Nichts.
00:18:18: sie fragt – Was geschieht hier?
00:18:21: Was versucht dieser Mensch vielleicht gerade zu schützen?
00:18:26: Was braucht Raum?
00:18:29: Was gehört wirklich zu mir?
00:18:33: Wo reagiere ich aus einer alten Geschichte heraus?
00:18:39: Virginia Satir nannte ihr ideal eine stimmigen Kommunikation.
00:18:44: Kongruenz Innen und Außen widersprechen sich nicht ständig.
00:18:50: Wenn ich traurig bin, muss ich nicht lächeln und sagen alles Bestens!
00:18:55: Wenn ich nein meine, muss mich ja sagen und mich anschließend darüber ärgern.
00:19:01: Wenn Ich Angst habe, muss sich den anderen nicht angreifen damit jemand merkt wie verletzlich ich gerade bin.
00:19:08: Ich kann lernen zu sagen so geht es mir, so sehe ich es – und das brauche ich Und du darfst trotzdem anders sein.
00:19:19: Ja vielleicht klingt das banal, aber wenn wir ehrlich sind ist es eine Lebensaufgabe.
00:19:25: Und Virginia selbst war dabei offenbar genauso lernende wie lehrende!
00:19:31: Sie hatte zwei Ehendisch-Scheiterten, sie erlebte Kinderlosigkeit, sie baute sich Familie auf eine andere Weise, sie westelte Berufe, sie zog um... ...sie begann etwas für dass es zunächst kaum etablierte Strukturen gab und sie blieb neugierig Bis fast zum Schluss.
00:20:18: bis Konzin, drei Jahre alt und schon am Lesen.
00:20:22: Und später sitzt es in einer kleinen Landschule und verschlingt die Bücher!
00:20:27: Und irgendwann sagt dieses Mädchen ich möchte eine Detektivin für Kinder und Eltern werden.
00:20:35: Sie wusste damals natürlich nicht was Familie Therapie war.
00:20:41: sie wusste nichts von Kongruens und Nichts von Kommunikationshaltungen und nichts von den tausenden Menschen mit denen sie einmal arbeiten wurde Aber sie hatte das bemerkt, dass wichtiger war als all diese Begriffe.
00:20:57: In Familien geschieht vieles was man auf den ersten Blick nicht sieht und ich glaube auch wir dürfen wieder ein bisschen mehr redektiv hinwerfen also nicht um andere zu entlarven oder hinter jedem Satz sein Trauma zu suchen und um unsere Familie nachträglich zu therapieren sondern einfach um neugierig zu bleiben wenn jemand laut wird Was geschieht gerade?
00:21:27: Wenn ich mich plötzlich klein fühle, wie alt fühle ich mich eigentlich gerade wenn ich sofort alles übernehmen möchte.
00:21:34: Warum glaube ich dass ich dafür verantwortlich bin?
00:21:38: Wenn Ich ja sage mein ganzer Körper nein meint!
00:21:42: Was versuche ich zu bewahren?
00:21:45: und vielleicht die schönste Frage was würde sich verändern wenn ich mich nicht schützen müsste?
00:21:59: war eine der prägendsten Stimmen der Familientherapie und am Ende führte ihre Arbeit immer wieder zu etwas erstaunlich Einfachem zurück.
00:22:11: Zu Menschen, zu seinem Wert, zu seiner Fähigkeit zu wachsen und zu der Möglichkeit einander wirklich zu begegnen.
00:22:22: Ich glaube Die Welt braucht tatsächlich mehr Menschen, die genau hinschauen.
00:22:27: Die nicht sofort urteilen, die Unterschiede aushalten, die hinter einem Verhalten noch einen Menschen sehen – Menschen, der sich selbst immer besser kennenlernen und dadurch andere weniger verändern müssen.
00:22:46: Reicht?
00:22:47: Hätte Virginia dafür ein anderes Wort verwendet!
00:22:51: Ich nenne solche Menschen gerne.
00:22:54: Güterinnen Danke fürs Zuhören.
Neuer Kommentar