#66 Wer fehlt auf deinem Familienfoto?

Transkript anzeigen

00:00:00: Hey, willkommen zum magischen Mundmoment!

00:00:03: Schön bist du dabei.

00:00:04: Heute wie versprochen eine Folge mit und von Bert Hellinger.

00:00:12: Es ist so spannend.

00:00:12: ich freue mich riesig auf diese Folge.

00:00:16: Ich bereite mich vor auf diesen Podcast.

00:00:19: Bauer ihn auf und ich freue mich riesig, wenn du mir ein Like da lasst.

00:00:23: Ein Herzchen da lässt und den Kanal abonnierst damit ich weiter motiviert bleibe dran zu bleiben!

00:00:31: Ja meine Liebe stellt ihr einen Familienfoto vor vielleicht eines Von Weihnachten.

00:00:36: Die Großeltern sitzen vorne, dahinter ihre erwachsenen Kinder, daneben die Partner-Partnerinnen Enkelkinder.

00:00:44: Irgendjemand hat die Kamera aufgestellt und einer ruft noch rückt noch ein bisschen zusammen.

00:00:49: alle schauen nach vorne und Tschüss!

00:00:53: Eine Familie Zumindest die, die man sieht.

00:00:58: Aber was ist mit denen, die fehlen?

00:01:03: Mit dem Kind dass vor vielen Jahren gestorben ist, mit dem Baby das nie lebend auf die Welt gekommen ist.

00:01:12: Mit dem ersten Mann der Großmutter über den niemand spricht?

00:01:17: Mit dem Vater eines Adoptivkindes dessen Namen vielleicht kaum jemand kennt!

00:01:22: Mit der Schwester, die für Unblückte ist und deren Tod so schmerzhaft war, dass die Familie irgendwann aufgehört hat von ihr zu erzählen.

00:01:33: Sind diese Menschen nicht mehr Teil der Familie weil sie auf dem Foto fehlen?

00:01:42: Ja, möchte mit dir über Bert Hellinger sprechen und über einen Gedanken seiner Arbeit der mich sehr beschäftigt.

00:01:53: Jeder, der zu einem Familiensystem gehört hat einen Platz.

00:02:01: In der letzten Folge haben wir über Virginia Satir gesprochen.

00:02:05: Wir haben uns angeschaut wie Familien miteinander kommunizieren Wie wir beschwichtigen, angreifen und sind den Kopf zurückziehen oder ins Ton flüchten, wenn Beziehungen unsicher werden.

00:02:18: Falls du sie nicht angehört hast, mach es unbedingt!

00:02:23: Hellinger schaut an einer anderen Stelle hin.

00:02:26: Er fragt gewissermaßen wer gehört überhaupt dazu?

00:02:33: Und steht jeder dort wo er hingehört?

00:02:38: Bert Hellinger wurde vor allem durch seine Form der Familienaufstellung bekannt.

00:02:43: Seine Arbeit ist bis heute sehr einflussreich und gleichzeitig auch umstritten.

00:02:50: Manche seiner Aussagen- und Vorgehensweisen werden fachlich deutlich kritisiert!

00:02:56: Ich möchte darum heute nicht zu tun, als würden wir über unumstößliche Naturgesetze sprechen... Absolut interessant und hat was.

00:03:15: Ich sehe es in meiner Coaching-Arbeit immer wieder, wie tief berührend es ist dort hinzusehen.

00:03:28: Der Blick auf seine Arbeit öffnet einfach ganz vieles.

00:03:34: Einzentraler Gedanke darin lautet, Zugehörigkeit kann nicht einfach ausgelöscht werden.

00:03:39: Und im Hinblick eben das alles Energie ist... ...ist es für mich eigentlich auch absolut logisch!

00:03:46: Nur weil wir über jemanden nicht mehr sprechen hat dieser Mensch nicht plötzlich aufgehört Teil unserer Geschichte zu sein oder?

00:03:52: Das ist selbstverständlich und trotzdem machen ganz viele Familien genau dass erstaunlich häufig besonders dort natürlich weil das sehr schmerzhaft war.

00:04:06: Früher wurden beispielsweise über Fehlgeburten oder totgeborene Kinder, wurde kaum gesprochen.

00:04:16: eine Frau verlor ein Kind und hörte dann vielleicht ach du bist noch jung ihr könnt es ja nochmal versuchen sei froh dass du schon zwei gesunde Kinder hast.

00:04:26: Vielleicht bekam dieses Kind nicht einen Namen vielleicht gab es kein Foto keine Beerdigung keinen Platz in der Familiengeschichte.

00:04:38: Und irgendwann kam vielleicht ein weiteres Kind.

00:04:43: aus hellinger systälischer Sicht wäre dieses verlorene kind trotzdem Teil der geschwisterreihe einfach ein.

00:04:57: du gehörst dazu Du warst vor mir da, du hast deinen platz und ich habe meinen und ich finde diesen gedanken einfach wirklich sehr berührend.

00:05:10: Würdigung bedeutet nicht, dass eine Familie dann für immer in Trauer bleiben muss sondern im Gegenteil vielleicht kann gerade die Anerkennung ermöglichen das eben jeder seinen eigenen Platz einnimmt und das gilt auch für früh verstorbene Kinder.

00:05:27: Stell dir vor eine Familie hat drei Kinder und das zweite stirbt bei einem Unfall Und Jahre später spricht kaum noch jemand darüber weil es für die Eltern unerträglich ist.

00:05:40: Und auf die Frage, wie viele Kinder habt ihr antworten sie zwei.

00:05:46: Ja das ist ihre Art mit dem Schmerz zu leben und das möchte ich überhaupt nicht bewerten.

00:05:54: aber für das jüngere Kind kann dann etwas merkwürdiges entstehen denn plötzlich wird aus dem dritten kind das zweite.

00:06:04: es steht gewissermaßen an einem platz der ursprünglich einem anderen gehörte.

00:06:13: Und in der systemischen Arbeit würde man deshalb nicht versuchen den Verstarbenen irgendwie festzuhalten, versteh mich richtig!

00:06:21: Man würde ihn vielmehr widersichtbar machen.

00:06:24: Du bist mein Bruder du bist vor mir gekommen du gehörst zu uns du bist gestorben und ich lebe.

00:06:34: dein Platz bleibt deiner und nie.

00:06:37: ich nehme meinen Das sind sehr einfache Sätze.

00:06:42: Und in dieser Einfachheit liegt aber etwas unglaublich Entlastendes, denn ganz unbewusst haben wir eine enorme Fähigkeit um Lücken wahrzunehmen auch dann wenn die Erwachsene glauben gut rüber zu schweigen.

00:07:01: Und vielleicht kennst du Familien, denen man spürt?

00:07:04: Da ist etwas.

00:07:05: Aber niemand sagt was!

00:07:07: Ein Name wird vermieden ein Foto fehlt bei einer bestimmten Jahreszahl wird plötzlich das Thema gewechselt.

00:07:14: Ganz besonders Kinder merken sich solche Dinge.

00:07:18: Sie verstehen vielleicht die Geschichte nicht aber sie nehmen die Spannung wahr und dann beginnen sie manchmal ganz unbewusst Etwas auszufüllen.

00:07:28: Und genau hier wird eben Hellinger's Gedanke der Ordnung interessant.

00:07:34: Kinder sind die Kleinen und Eltern sind die Großen, und das hat nichts mit Wertigkeit zu tun sondern in der zeitlichen Ordnung!

00:07:43: Die Eltern waren zuerst da.

00:07:46: von ihnen kam das Leben zu den Kindern und deshalb ist es für Hellingern dann problematisch wenn Kinder beginnen Plätze einzunehmen, die ihnen nicht gehören.

00:07:58: Und wenn die schon bei dieser Ordnung zwischen Eltern und Kindern sind, dann möchte ich noch etwas ansprechen dass mir in den letzten Jahren immer häufiger begegnen.

00:08:06: Viele Eltern sagen heute mit großem Stolz meine Tochter ist meine beste Freundin oder Ich möchte für meine Kinder nicht so eine Mutter sein wie meine Mutter es war.

00:08:17: Bei uns kann über alles gesprochen werden.

00:08:20: wir sind eher wie Freunde und ich verstehe sehr gut woher dieser Wunsch kommt.

00:08:26: Viele von uns sind mit einer ganz anderen Form von Erziehung aufgewachsen.

00:08:31: Aufgewachsene, bestimmten Kinder gehorchten Gefühle hatten wenig Platz.

00:08:37: also wollen wir es mit unseren einen Kindern anders machen.

00:08:41: Wir wollen näher offener vertrauensvoller und das ist etwas Wunderbares.

00:08:47: aber Nähe bedeutet nicht Gleichrangigkeit.

00:08:52: Ich hatte letztes Mal ein Interview gehört mit dem Erziehungsexperte Jan Uwe Rocken und er hat diesen Gedanken sehr treffend formuliert.

00:09:01: Eltern sollten nicht versuchen, die Freunde ihrer Kinder zu sein!

00:09:07: Und auch wenn er dabei meines Wissens nicht von Hellingers Familiensystem gesprochen hat musste ich sofort genau daran denken... Denn systemisch betrachtet ist ein Freund etwas ganz anderes als ein Elternteil.

00:09:22: Freunde begegnen sich auf einer horizontalen Ebene.

00:09:25: Heute hältst du mich, morgen halte ich dich!

00:09:28: Wir können uns gegenseitig unsere Sorgen erzählen wir können Rat suchen und ausweinen und gemeinsam durchs Leben stolpern.

00:09:37: Aber zwischen Eltern und Kindern gibt es zusätzlich eine andere Ebene Und da ist eine Generationenfolge.

00:09:46: Ich war vor dir da, ich bin deine Mutter und Du bist mein Kind Und solange ein Kind heranwächst, gehört zu dieser Position auch Führung.

00:09:58: Ich meine nicht Herrschaft!

00:09:59: Ich meine Nichtmacht!

00:10:01: Nicht weil ich die Mutter bin habe ich immer Recht Sondern Orientierung Halt Grenzen und Verantwortung.

00:10:12: Ein Kind sollte spüren können Da ist jemand der größer ist als ich und die Verantwortung trägt.

00:10:20: Ich muss das hier noch gar nicht alles Überblicken, wird spannend.

00:10:28: Und wenn Eltern versuchen ausschließlich Freunde ihre Kinder zu sein dann kann genau diese Ebene verschwimmen!

00:10:35: Denn ein Freund fragt vielleicht was meinst du?

00:10:39: Was sollen wir machen?

00:10:41: und einen Elternteil muss halt manchmal sagen ich habe dich gehört Ich verstehe dass Du das anders möchtest und trotzdem entscheide ich das jetzt so.

00:10:55: Das ist etwas völlig anderes Und wahrscheinlich ist genau das eine der unangenehmsten Aufgaben der Elternschaft.

00:11:06: Denn in diesem Moment findet mein Kind mich ziemlich sicher überhaupt nicht toll!

00:11:13: Wenn mein wichtigstes Ziel aber ist, dass mein Kind sich mag immer und jederzeit dann wird Führung schwierig.

00:11:24: Dann verhandle ich vielleicht Dinge die eigentlich meine Verantwortung wären.

00:11:31: Ich scheue Konflikte Ich möchte dazu gehören, ich möchte die coole Mami sein.

00:11:40: Und unmerklich bekommt das Kind eine Position für die es noch gar nicht zuständig sein sollte.

00:11:49: und das kann auch weitergehen!

00:11:52: Denn wenn eine Mutter ihrer Tochter beispielsweise ausführlich ihre Partnerschaftsprobleme erzählt sie um Rat über den Vater bietet oder sie zu ihrer wichtigsten emotionalen Vertrauten macht.

00:12:05: Dann wird aus der schönen Nähe plötzlich etwas anderes.

00:12:08: Dann hört die Tochter vielleicht Dinge, die eigentlich zu einer Freundin einen Partner oder einer anderen erwachsenen Person gehören würden und möglicherweise beginnt sie ihre Mutter emotional zutragen.

00:12:23: Und genau dort berührt sich diese Gedanke wieder mit Hellingers Vorstellung von Ordnung Denn so rutscht das Kind nach oben und die Mutter rutscht ein Stück zur Seite, so bildlich vorgestellt.

00:12:38: Und dann fehlt da jemand plötzlich auf dem Elternplatz!

00:12:45: Und so ist die schönste Form der älteren Kindbeziehung nicht die.

00:12:48: wir sind beste Freunde sondern ich bin deine Mama und wir haben eine unglaublich vertraute Beziehung.

00:12:59: Das ist viel mehr Denn eine Freundin kann einen Kind im Laufe seines Lebens viele haben Eine Mama Hat es nur eine.

00:13:11: Und Mutter zu sein bedeutet nicht, über dem Kind zu stehen und es kleinzuhalten?

00:13:17: Es bedeutet den eigenen Platz so sicher einzunehmen dass das Kind seinen Nicht verlassen muss.

00:13:30: Das ist wichtig!

00:13:32: Als älteren Teil bedeutet es, dass du deinen eigenen Platz so sicher einnimmst, dass das Kind seinen nicht verlassen muss.

00:13:49: Und ja vielleicht können unsere erwachsenen Kinder irgendwann tatsächlich auch zu wunderbaren Gesprächspartnern werden.

00:13:56: Wir können gemeinsam lachen reisen weintrinken diskutieren und eine näher leben die sich manchmal fast freundschaftlich anfühlt und trotzdem bleibt etwas bestehen.

00:14:07: Ich bin die Mutter und du bist die Tochter.

00:14:12: Du musst mich nicht tragen, du musst meine unerfüllten Bedürfnisse nicht erfüllen.

00:14:19: Du bist nicht dafür verantwortlich ob ich glücklich bin!

00:14:24: Du darfst Kind bleiben auch wenn du längst erwachsen bist und ich finde das ist eines der größen Geschenke dass Eltern ihren Kindern machen können.

00:14:43: diese Verschiebung der Plätze kann aber auch in ganz anderen Situationen entstehen.

00:14:49: Wenn eine Mutter ihren Mann verliert und der Sohn vielleicht zwölf Jahre alt ist, und plötzlich hört er Sätze wie... Jetzt bist du den Mann im Haus!

00:15:01: Ja das klingt zunächst fast liebevoll, vielleicht sogar stolz?

00:15:07: Aber was für ein Auftrag steckt

00:15:09: dahinter?!

00:15:12: Ein Zwölfjähriger kann nicht der Partner seiner Mutter sein.

00:15:17: Er kann helfen, er kann mittragen.

00:15:20: Er kann seine Mutter lieben... aber er bleibt ihr Sohn!

00:15:26: Wenn er innerlich an die Stelle des verstorbenen Vaters rückt, dann trägt er etwas das für ein Kind viel zu groß ist und das muss niemand bewusst entschieden haben.

00:15:38: Das ist mir wichtig ja?

00:15:39: Die Mutter denkt nicht.

00:15:40: jetzt mache ich meinen Sohn zu meinem Ersatzpartner und der Sohn denkt nicht.

00:15:45: ob heute übernehme ich Papas Platz.

00:15:48: Solche Verschiebungen geschehen unbewusst.

00:15:53: Aus Liebe, aus Not und immer wieder und vor allem auch aus Loyalität!

00:16:05: Vielleicht wird dieser jungen später ein Mann der sich für das Wohlergehen aller Frauen in seinem Umfeld verantwortlich fühlt?

00:16:13: Vielleicht kann er schwer gehen wenn eine Frau traurig ist vielleicht glaubt ihr retten zu müssen allen jeden.

00:16:23: Ob eine solche Verbindung im konkreten Fall tatsächlich besteht, kann man natürlich nicht einfach aus einer Familiengeschichte gerade so ableiten.

00:16:33: Aber man kann die Frage stellen... Trage ich vielleicht etwas das ursprünglich gar nicht meine Aufgabe war?

00:16:45: Spür mal rein was dieser Satz mit dir macht!

00:16:49: Trage Ich Vielleicht Etwas Das Ursprüngliche Gar Nicht Meine Aufgabe War?

00:16:55: Diese Frage Kann unglaublich viel öffnen.

00:17:01: Ich habe in einer frühen Folge schon von meiner Abschlussprüfung im tiergestützten Coaching erzählt und damals arbeitete ich mit einer erwachsenen Frau, deren Mutter erkrankt war und die Tochter kümmerte sich intensiv um sie.

00:17:15: Sie organisierte Halfer da!

00:17:18: Und gleichzeitig begann die Mutter immer stärker zu kontrollieren.

00:17:21: Wo gehst du hin?

00:17:22: Mit wem?

00:17:23: Wann kommst Du

00:17:23: zurück?!

00:17:24: und ihr wassene Tochter zog sich immer mehr aus ihrem eigenen Leben zurück.

00:17:29: Und darüber lag dieses mächtige, schlechte Gewissen.

00:17:32: Meine Mutter braucht mich doch jetzt!

00:17:37: Das Spannende daran ist natürlich... Natürlich dürfen wir unsere Eltern pflegen.

00:17:42: Natürlich dürfen Wir ihnen helfen.

00:17:44: Vielleicht ist es sogar etwas sehr Schönes im Alter, etwas von dem zurückzugeben, was wir einmal empfangen haben?

00:17:51: Die Frage ist nur... Von welchem Platz austuere ich

00:17:56: es?!

00:17:59: Ich kann meine Mutter Essen bringen und ihre Tochter bleiben.

00:18:04: Ich kann sie zum Arzt fahren, und ihre tochter bleiben!

00:18:08: Ich kann Ihre Hand halten, Sie waschen für Sie einkaufen, Ihre Rechnungen erledigen... ...und trotzdem Ihre Tochter bleiben.

00:18:18: Schwierig wird es dort wo sich innerlich etwas dreht, wo ich plötzlich glaube ohne mich kannst du nicht.

00:18:24: Ich muss dein Leben ordnen.

00:18:26: Ich bin verantwortlich dafür dass es dir gut geht.

00:18:31: Dann wird aus der Fürsorge möglicherweise eine Rolle, die mir nicht gehört.

00:18:41: Machen wir einen Schwank über zu meinem Buch Die Hüterin.

00:18:46: und da geht es am Ende um die Ordnung der Elemente und die muss wieder hergestellt werden.

00:18:52: Es ist systemisches Arbeiten, systemisches Wissen das ich da reingebracht habe Ein bisschen spielerisch vielleicht ein wenig versteckt Aber wer es kennt, versteht's!

00:19:03: Denn auch dort konnte nicht einfach jeder irgendwo stehen.

00:19:08: Es gibt eine Ordnung und es geht nicht darum, dass eines wichtiger ist als das andere sondern weil einfach alles an seinem Platz stehen muss.

00:19:23: Ich finde das auch ein ganz normalen Familienalltag faszinieren denn wenn bei dir am erstes ständig Unruhe herrscht dann probiere einmal etwas völlig banales.

00:19:34: verändere die Sitzordnung Probier einfach aus.

00:19:38: Wer sitzt wem gegenüber?

00:19:40: Wer neben wem, wo wird es ruhiger?

00:19:42: Wo fühlt sich jemand plötzlich wohler?

00:19:44: Manchmal verändert ein anderer Platz erstaunlich viel auch so ganz physisch, ganz banal!

00:19:58: Kommen wir noch zu meinem weiteren Bereich von Hellingers Arbeit Ein besonderer sensibler Bereich wie ich finde Adoption.

00:20:06: Auch hier ist sein Gedanke zunächst sehr einfach Ein Adoptivkind hat leibliche Eltern und es hat Adoptive Eltern.

00:20:15: Die einen ersetzen die anderen nicht, das Leben kam zuerst über die leiblichen Eltern.

00:20:24: Aus systemischer Sicht haben sie deshalb einen unverlierbaren Platz in der Herkunftgeschichte des Kindes, unabhängig davon ob Sie das Kind großziehen konnten, ob Kontakt besteht oder wie schwierig Ihre Geschichte auch vielleicht war.

00:20:40: Und danach... kommen die Adoptiveltern.

00:20:44: Sie geben etwas anderes, sie nehmen das Kind auf, sie begleiten es, sie nähern es, ihr ziehen ihr's, sie lieben es!

00:20:51: Das schmeldert ihre Bedeutung überhaupt nicht.

00:20:53: im Gegenteil – vielleicht wird ihre Leistung sogar größer wenn niemand dafür verschwinden muss?

00:21:01: Ein Kind muss seine Herkunft nicht verleugnen um seine Adoptifeltern lieben zu dürfen Und es muss seine Adoptiv-Eltern nicht weniger lieben, weil es neugierig auf seinen leitlichen Eltern ist.

00:21:15: Beides darf nebeneinander existieren und das finde ich einen unglaublich schönen Gedanken!

00:21:22: Denn wie oft versuchen wir Zugehörigkeit herzustellen indem wir etwas anderes ausschließen?

00:21:31: Und dabei könnte Zugehöhrigkeit vielleicht gerade dadurch entstehen dass mehr Platz geschaffen wird auch für Kompliziertere Geschichten.

00:21:42: Für frühere Partner, für Verstorbene... ...für Menschen über die man lieber nicht spricht.

00:21:50: Für Kinder, die nur sehr kurz da waren!

00:21:53: Für Herkunft und für Verlust?

00:21:56: Nicht jeder muss ständig am Familientisch ein Thema sein.

00:21:59: Darum geht es überhaupt nicht.

00:22:00: Es geht um die innere Anerkennung.

00:22:03: Du gehörst zu unserer Geschichte Und ich möchte noch etwas Wichtiges ergänzen.

00:22:13: Familienaufstellungen können sehr berührend sein Aber sie können auch dazu verführen, aufs jeden Problem eine verborgene Familiengeschichte machen zu wollen.

00:22:23: Und wenn ich heute Angst habe bedeutet das nicht automatisch dass eine Urgroßmutter ebenfalls Angst hatte.

00:22:31: Wenn man beziehungsschwierig ist muss dahinter nicht zwingend ein ausgeschlossener Onkel stehen und wenn er ein Kind Probleme hat sollten wir nicht vor schnell behaupten es trage des Schicksal eines Verstorbenen.

00:22:42: Das wäre mir dann doch so einfach.

00:22:45: Für mich liegt aber die Kraft in dieser Arbeit viel mehr in den Fragen.

00:22:50: Wer gehört zu meiner Familie?

00:22:54: Über wen wird gesprochen, über wen nicht?

00:22:59: Gab es Menschen deren Geschichte verschwunden ist?

00:23:04: Gab Es Kinder, die früh gestorben sind?

00:23:08: Gabes frühere Beziehungen, die wichtig waren?

00:23:12: Musste jemand sehr früh Verantwortung übernehmen?

00:23:16: und vor allem... Stehe ich eigentlich auf meinem eigenen Platz?

00:23:23: Ich glaube, das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt.

00:23:27: Stehe mich eigentlich auf meinen eigenen Platz?

00:23:30: denn wenn ich auf meinem Platz stehe dann muss ich niemanden ersetzen!

00:23:35: Ich muss niemandes Leben retten und kein Schicksal übernehmen.

00:23:39: Ich darf lieben ohne zu tragen was dem anderen gehört.

00:23:43: Das ist eine Form von Würde, dem Verstarbenen seinen Platz lassen.

00:23:48: Den Eltern ihren den Kindern ihren der Vergangenheit ihren und mir meinen.

00:23:58: Manchmal verwechseln wir Liebe ganz unbewusst mit übernehmen.

00:24:04: dabei kann Liebe auch bedeuten ich sehe Dich Und Ich Ehre dass Du zu meiner Geschichte gehörst und trotzdem lasse ich bei Dir was Deines ist.

00:24:20: Vielleicht magst du nach dieser Wolke einmal ein Blatt Papier nehmen und schreib deine Familie drauf.

00:24:26: Nicht nur die Menschen, die heute da sind.

00:24:29: Beginne bei deinen Großeltern wenn du sie kennst.

00:24:31: dann deine Eltern ihre Geschwister, frühere wichtige Partner wo eben für die Familiengeschichte relevant sind.

00:24:39: Geschwisters auch jene die vielleicht nur sehr kurz gelegt haben.

00:24:43: Deine Kinder!

00:24:45: Schau einfach hin!

00:24:47: Ohne etwas lösen zu wollen, ohne jemanden aufzustellen, ohne eine Geschichte zu erfinden nur zu schauen.

00:24:55: Wer gehört dazu?

00:24:59: Und vielleicht fällt dir plötzlich jemand ein über den schon lange niemand mehr gesprochen hat.

00:25:05: Das kann nichts grosses tun.

00:25:07: es genügt innerlich ein einziger Satz.

00:25:10: ich sehe dass du zu uns gehörst und dann gehst du wieder in dein eigenes Leben und das ist die Ordnung um die es geht.

00:25:23: Die Vergangenheit muss nicht festgehalten werden, sondern sie braucht einen Platz damit wir unseren einnehmen können.

00:25:33: Das ist für mich auch eine Hüterinnen-Aufgabe Denn eine Hüterin trägt nicht die Schicksale von allen vor ihr Sondern sie erinnert sich und sie würdigt und sie unterscheidet Und dann steht sie genau dort wo sie hingehört auf ihrem eigenen Platz.

00:26:02: Ich wünsche dir alles Liebe.

00:26:05: Wie gesagt, abonniere gerne den Kanal.

00:26:08: Höre dir die nächsten oder vorigen Folgen an und wir treffen uns heute.

00:26:16: in dem September gibt es eine Jahresplanung einen Workshop, ein Live-Jahresplanung um das nächste Jahr in Angriff zu nehmen eben um zu ordnen im Voraus alles präsent zu haben.

00:26:36: Du findest mir Infos im Moonshop darüber auf fabientruffer.com und besorg dir auch gerne mein Buch, die Hüterin befindet es auch im Moenshop für die Schweizer oder auf Amazon für den EURA.

00:26:51: Alles Liebe!

00:26:52: Und ich drücke dich.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.