#54 Warum wir Tiere lieben und sie doch zerstören

Shownotes

Das Buch "Die Hüterin" findest du in meinem Shop auf FabienneTruffer.com oder auf Amazon: Linkbeschreibung

Transkript anzeigen

00:00:01: Hey, hey!

00:00:01: Willkommen im magischen Mundmoment.

00:00:03: Schön, dass du dir einen kleinen Moment Zeit für dich nimmst und hier zu höchst.

00:00:11: Gestern Nachmittag hatte ich so einen Moment bei dem ich immer wieder tief Luft holen muss immer ein klein wenig herausfordert.

00:00:25: Wie du vielleicht weißt, haben wir so einen kleinen Langement auf der Schafsweide bei dem die Menschen schlaf beim Schaf buchen können und dann einfach in der Nähe von den Schafen sind und so ein bisschen ausspannen können.

00:00:41: Und es gibt auch die Möglichkeit einen Wallister Teller dazu zu buchen.

00:00:45: Das ist Brot mit verschiedenen Fleischwaren und auch etwas Käse.

00:00:52: Ich glaube, ich muss es aus dem Sortiment nehmen.

00:00:54: Denn irgendwie ist das für mich jedes Mal herausfordernd die Menschen da sitzen zu sehen ganz gemütlich umzingelt von den Tieren und dann zugleich essen sie ja Fleisch Ja.

00:01:15: Und ich frage mich dann immer wieder wie kann es sein dass wir Tiere so sehr lieben und ihnen gleichzeitig so viel Leid zufügen?

00:01:26: Fast jeder Mensch sagt das heute.

00:01:28: Ich liebe Tiere, viele haben Hunde sie haben Katzen Pferde Man postet süße Videos rettets Straßenhunde und empört sich über Missstände.

00:01:40: Und gleichzeitig leben wir in einer Gesellschaft In der Tiere oft komplett anonym geworden sind Als Nahrung als Produkt als Ware als Leistungsträger.

00:01:55: und um diesen Widerspruch geht es heute, weil er eben auch in meinem Buch vorkommt.

00:02:01: Denn in meinem Büch die Hütterin da gibt es eine Szene in der Elin in einen Supermarkt geht und da steht sie vor abgepacktem Fleisch.

00:02:10: Es ist sauber verpackt, es gibt kein Geruch, kein Lehren, kein Tier nur Preise, Labels, Aktionen... Und Elin fragt sich was wohl wäre wenn eigentlich dort stehen würde?

00:02:25: Lina Zwei Jahre alt, von ihrer Mutter getrennt mit Milchpulver aufgezogen in Einzelhaltung gehalten.

00:02:38: Würden wir dann noch genauso zugreifen?

00:02:43: Und ich glaube genau darin liegt ein großes Problem.

00:02:47: Wir haben Beziehung entfernt und wenn Beziehungen fehlt Dann wird die Ausbeutung einfacher und ich sehe das auch in meiner Arbeit.

00:03:00: Da kommen die Menschen zu den Tieren, zu den Pferden, zu dem Schaffen.

00:03:04: Dann sagen sie oft ach ich liebe Tiere!

00:03:07: Ja und meistens stimmt das auch.

00:03:09: Aber manchmal meinen Sie eigentlich Ich liebe das Gefühl dass Tiere mir geben Die Ruhe, die Freiheit Vielleicht Heilung Entschleunigung Ein schönes Erlebnis oder eine Erinnerung Ein Coaching ein Wochenende auf dem Land.

00:03:33: Beziehung fragt mehr.

00:03:34: Sie fragt, bist du auch da wenn es unbequem wird?

00:03:39: Wenn du eben in die Ferien wählst und das Tier nicht mitgenommen werden kann... ...wenn ein Tier krank wird, wenn er Arbeit macht, wenn Geld kostet, wenn es stirbt,... ...wann es nicht funktioniert wie gewünscht.

00:03:55: Tiere sind keine Wellnessprodukte!

00:03:57: Sie sind keine spirituellen Werkzeuge und sie sind keine emotionalen Dienstleister und ganz sicher auch keine Maschinen.

00:04:05: Ich glaube wir haben generell ein riesiges Problem damit einfach Prozesse auszuhalten.

00:04:10: Wir wollen Resultate, aber wir wollen nicht den Weg!

00:04:14: Wir wollen Fleisch, aber wollen keine Schlachtung!

00:04:17: Wir Wollen Reiten, Aber wir wollen keine Stallarbeit... Wir wollen Natur, aber bitte ohne

00:04:24: Dreck!...

00:04:25: Wir wollen Tiere, aber ohne den Tod!

00:04:31: Ich sage das nicht aus irgendwelcher Überlegenheit.

00:04:34: ich sag dir ehrlich Ich esse selbst Fleisch, aber höchst selten und sehr achtsam und bewusst.

00:04:45: Möchte mich darum nicht als Vegetarierin

00:04:48: bezeichnen.".

00:04:51: Und an dieser Stelle kommen dann oft sehr starke Reaktionen gerade eben online auf meinem Instagram-Account – ich habe einen großen Account mit den Ballister schwarzen Asen Schafen.

00:05:03: Dann schreiben mir Menschen eben oftmals, dass der Mensch der größte Gegner ist, der Tiere!

00:05:13: Der Mensch, den Sie am meisten vertrauen bringt sie dann schlussendlich eben auf die Schlachtbank.

00:05:19: Und ich verstehe das wirklich!

00:05:21: Weniger Fleischkonsum würde unser Umwelt unserem Gesundheitssystem und vor allem vielen Tieren sehr gut tun.

00:05:29: da müssen wir gar nichts diskutieren.

00:05:34: aber ich glaube auch nicht dass die Lösung einfach darin liegt kollektiv so zu tun als gäbe es den Tod nicht mehr.

00:05:40: sobald wir kein Fleisch essen wagen bestehen.

00:05:48: Wie leben wir mit den Tieren?

00:05:51: Wie gehen wir mit Natur um?

00:05:53: Wie konsumieren wir und wie viel Verantwortung tragen wir wirklich selbst.

00:06:02: Und manchmal erlebe ich in diesen Diskussionen so eine gewisse moralische Überlegenheit, so ein stilles... Ich bin auf der richtigen Seite!

00:06:12: Aber echtes Hinschauen ist eben oft komplexer.

00:06:17: Viele Tiere sterben heute nicht in freier Wildbahn, sondern durch den Menschen und eben durch die Menschen, denen sie vertraut haben.

00:06:24: Und genau deshalb braucht dieses Thema so viel Ehrlichkeit!

00:06:27: Nicht Verdrängung oder moralische Überhöhung oder gegenseitige Verurteilungen.

00:06:34: Sondern einfach nur die ehrliche Frage wie schaffen wir das?

00:06:36: Wie schaffen wir Landwirtschaft, Tierhaltung und Konsum wieder würdevoller?

00:06:47: Bereichen, nicht verschwenden wir weniger in allen Bereichen.

00:06:53: Wie gehen wir respektvoller mit Leben um?

00:06:56: Mit allem Leben!

00:07:01: Ich glaube nicht dass wir bessere Menschen sind weil wir irgendwelche bestimmte Labels tragen oder einkaufen.

00:07:09: ich glaube ihr werden bessere menschen wenn wir bereit sind Verantwortung zu übernehmen für das was wir konsumieren egal ob es Fleisch ist Kleidung Technik Und in meinem Buch gibt es auch diese Szene, wo Elin bei einer Schlachtung dabei ist.

00:07:31: Das ist mir wichtig!

00:07:32: Es geht darum nicht um zu schockieren sondern weil wir kollektiv unglaublich weit weggerückt sind von den Kreisläufen des Lebens.

00:07:43: Von Leben, Nahrung... Auf dem Hof sehe ich diese Kreisläufe jeden Tag.

00:07:54: Ein Tier wird geboren ein anderes wird all.

00:07:58: Manchmal wird eines krank und manchmal stirbt eines Und die Natur romantisiert das nicht, aber sie verdrängt es auch nicht.

00:08:08: Sie integriert es und ich glaube genau das haben wir verloren.

00:08:15: Wir haben die Tiere entweder romantiziert oder industrialisiert und beides trennt uns von echter Beziehung.

00:08:26: Ich glaube einmal mehr dass Veränderungen ganz klein beginnen bei jedem Einzelnen Bei weniger Konsum und mehr Bewusstsein Mehr Fragen stellen regional einkaufen, weniger verschwenden, wissen woher die Nahrung kommt.

00:08:42: Oh mein Gott!

00:08:43: Wissen woher der Nahrungen kommt und Kindern wieder zeigen wie die Natur wirklich funktioniert Und vielleicht auch ehrlich hinschauen.

00:08:53: liebe ich Tiere?

00:08:54: Wirklich oder liebe ich einfach nur das gute Gefühl dass sie mir geben?

00:08:59: Tiere schulen uns nichts nicht unsere Heilung, nicht unsere Unterhaltung Nicht unsere Projektionen aber sie leeren uns unglaublich viel wenn wir bereit sind ihnen wirklich zu begegnen.

00:09:12: Und ich glaube, echte Beziehung entsteht dort wo eher Furcht wieder zurückkommt.

00:09:17: Vor Leben vor Tod vor Nahrung vor Natur.

00:09:25: Ich denke Heilung beginnt genau dort wo wir wieder wissen wenn wir wirklich danken.

00:09:37: Danke dass du heute wieder hier warst und Ich freue mich schon auf den nächsten magischen Mundmoment, denn nächste Woche sprechen wir darüber warum Kinder in Familien oft Plätze einnehmen die ihnen nie gehört haben.

00:09:55: Abonniere den Kanal damit du nichts verpasst!

00:10:00: Bis bald.

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